Blind Date Reise

Das Paket

Man war ich aufgeregt. Zu meinem 40. (ja 40.) Geburtstag im Oktober bekomme ich ein Paket mit einem Flugticket nach Berlin und dieser Packliste: Packliste

Rätsel, rätsel, was bedeutet das? Auf dem Absender stand die Adresse einer Freundin, das war der einzige Anhaltspunkt. Ich sah meinen Mann fragend an, doch der grinste nur unschuldig.

Die Liste ließ keine Rückschlüsse auf Aktivitäten zu, außer dass ich mir ganz sicher war, dass grüne Paprika nur gefordert wurde, weil ich sie nicht mag. Ja, wer Freunde hat braucht keine Feinde 😉 Doch ich überlegte mir was, hehe.

Endlich war es dann soweit, des Räteselslösung nahte. Aber warum auch nicht, die Lufthansa streikte. Streiks bei Verkehrsmitteln als Widrigkeit um nach Berlin zu kommen, ist mir ja nicht gänzlich unbekannt. Als ich zur Blogfamilia mit der Bahn wollte, streikte ja  die Bahn. Offensichtlich packt mich dann ja ein Ehrgeiz genau dieses streikende Verkehrsmittel zu nutzen, denn ich wollte trotzdem fliegen – und tat es. Der Flug wurde problemlos umgebucht und ab ging’s in die Muddastadt zu neuen Abenteuern.

Berlin

Ich kam also in Tegel an. So ein geiler Flughafen. Ständig reden alle von kurzen Wegen, nur beim Flughafen scheint man auf ewig lange Marathonmärsche der Passagiere zu stehen (siehe München und Frankfurt). Nicht so in Tegel – raus aus dem Flieger und zack ist man beim Gepäck und auch schon raus. Ich liebe es. Und ich wurde auch erwartet.

Reisegor

Und wie cool, es haben tatsächlich Leute gefragt wer denn Reisegor sei. Ha, ich werde bestimmt bald berühmt 😉 (Das habe ich auch gesagt als ich mal einen Gastauftritt bei Praxis Bülowbogen hatte. Du kennst mich wahrscheinlich nicht, ist also nix aus meiner Berühmtheit geworden 😉 )

Dann gings ins Auto und ab über die Stadtautobahn. Ein paar Finten wurden wegen des Zielortes eingebaut, doch schliesslich kamen wir in der Wohnung an. Beide Freundinnen schworen Stein und Bein wir blieben zu dritt. Klar, die leckere Riesenlasagne würden auch nur wir Drei essen. Bestimmt. Nicht. Und Tatsache, nach und nach trudelten lauter liebe Freundinnen ein. Ich kann nicht beschreiben wie sehr ich mich über jede einzelne gefreut habe!

Ich präPaprikasentierte also meine grüne Paprika. Ich hatte eine auf grünes Papier gemalt. Da ich eine ganz krasse Bastellegasthenikerin bin, war ich mächtig stolz auf mein gelungenes Werk. Ist doch super geworden, oder? Von der „anderen“ Seite wurde es nicht wirklich gewürdigt. Macht nichts, ich hängte es dort an den Kühlschrank 🙂

 

 

 

Es wurde gequatscht, getrunken und Happy Birthday gesungen, 2x, denn die Gastgeberin hatte kurz vorher Geburtstag gehabt. Wir haben an diesem Abend viel gelacht, aber auch geweint, denn manche sterben zu jung. Ich fand es einfach wunderbar dort zu sitzen, sie alle zu betrachten und einfach das Dasein zu geniessen.

Ich wusste nicht wo ich schlafen werde. Als sich alle verabschiedeten war klar, ich bleibe dort. Es wunderte mich zwar, dass die Gastgeberin ihre Matratzen vom Bett in den anderen Raum zog, aber wirklich darüber nachgedacht habe ich nicht. Ich ging aufs Klo. Und dann höre ich Gekichere aus der Küche. Zwei waren wieder da. Da war ich komplett geplättet! Wir schliefen zu fünft dort.

Schlaflager

Der nächste Tag

begann mit einem grandiosen Anblick. Ich bin ja der Meinung, dass Berlin sich immer um passendes Wetter bemüht, wenn ich da bin. Es begrüßt halt seine Tochter. Mein Mann lacht mich da immer aus. Aber das war mein Aublick morgens

Beweis genug?!

Beweis genug?!

Wir haben lecker gefrühstückt. Und so im Gespräch fiel das Wort Pecanutte. Wir konnten nicht mehr vor Lachen. Eigentlich sollte es Pecanüsse werden und war einfach nur ein Versprecher. Gut war auch: Joghurt mit Biene, sollte Joghurt mit Honig sein.

Frühstück

Die Gäste von gestern kamen wieder. Und auch meine Brüder mit Familien. Es war toll, sie alle zu sehen!

Und dann war auf einmal Hektik in der Wohnung. Mir wurde gesagt, wir müssen los und pünktlich sein. Waren wir dann auch pünktlich, sogar überpünktlich. Wir standen also da, ich sah das Haus an. Auf den Jalousien stand „Make a break“. Hmm, die etwas gammelige Altbaufassade ließ jetzt keinen Wellnesstempel dahinter vermuten. Nee, was kam war auch viel besser, wir waren Detektive! So cool! Es war eins der Escape Games und hat riesig Spaß gemacht! Mein Gehirn schaltete gen Ende zwar auf Sparflamme, aber zum Glück waren wir ja eine Gruppe!

Es gab noch leckeres Essen und gemeinsame Zeit. Als ich am nächsten Tag flog, war ich gleichzeitig froh, dankbar, traurig und glücklich zugleich. Ich freute mich sehr auf meine kleine Chefin und meinen Mann. Ich war froh und dankbar für all die Zeit, die mir geschenkt worden war! Es rührt mich, dass alle ihre Kinder und Männer über das ganze Wochenende zu Hause liessen um die Zeit mit mir zu verbringen. Mein Dank geht also auch an alle Männer und Großeltern, die es möglich gemacht haben.

Für mich ist es schön zu wissen, dass ich immer noch ein Teil bin, auch wenn ich physisch nicht da bin. Mit allen war es als hätten wir uns gestern gesehen. Es ist eine Art von nach Hause kommen. Und deswegen fehlt mir Berlin.

Und zum Abschluss ein verblüffendes Ergebnis 😉 Ich bin seit vielen Jahren großer Fan von M&M’s, bisher immer und ausschließlich die gelbe Packung. Tja, nun, wir hatten alle da in leckeren Unmengen und jetzt finde ich die blaue Packung gut.

4 Gedanken zu „Blind Date Reise

  1. Schön ein Teil Deiner Geschichte gewesen zu sein. Ein unglaubliches Wochenende, welches uns allen viel Kraft und Spaß gegeben hat.
    Liebe „Reisegor“, Du wirst immer ein Teil von uns sein – egal wo Du wohnst! Und don´t forget: revival 2016!

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